Brustrekonstruktionen

Rekonstruktive Chirurgie

Eingriffsdauer:
je nach Eingriff 2-6h

Narkose:
Vollnarkose

Ausfallzeit:
7-14 Tage

Die Wiederherstellung der Brust kann entweder in der gleichen Sitzung wie die Tumorentfernung oder auch in einer separaten Operation, gegebenenfalls Monate oder Jahre nach der Erstoperation, stattfinden.

Musste die gesamte Brustdrüse entfernt werden, gibt es prinzipiell zwei verschiedene Techniken, die Brust zu rekonstruieren – mit Implantat oder mit Eigengewebe.

Brustrekonstruktion mit Implantat

Das Implantat wird unter den Brustmuskel eingesetzt und der Muskel mit einem inneren Netz fixiert. Die Implantatgröße richtet sich bei einseitiger Rekonstruktion nach der gesunden gegenseitigen Brust, bei beidseitiger Rekonstruktion nach den Wünschen der Patientin und den Möglichkeiten ihres Körperbaus.

Brustrekonstruktion mit Eigengewebe

Für die Rekonstruktion mit Eigengewebe gibt es verschiedenste Techniken der Gewebetransplantation. Am häufigsten wird Gewebe vom Unterbauch in Form eines sogenannten DIEP (deep inferior epigastric artery perforator) – Lappens verwendet. Über einen spindelförmigen Schnitt unterhalb des Nabels bis zum Schambereich wird das Gewebe bis zur Muskulatur zusammen mit einem versorgenden Blutgefäß entnommen und anschließend im Brustbereich wieder an die Blutversorgung angeschlossen. Der Anschluss der Blutgefäße erfolgt unter dem Operationsmikroskop in mikrochirurgischer Technik.  Der Wundverschluss am Bauch wird wie eine Bauchdeckenstraffung durchgeführt. Erfolgt die Brustrekonstruktion in gleicher Operation mit der Brustentfernung und kann die Haut der Brust erhalten bleiben, so wird das gesamte verpflanzte Gewebe unter die Haut eingebracht, und dient so als Füllgewebe für die rekonstruierte Brust. Erfolgt die Rekonstruktion in zwei Operationen und wurde die Haut der Brust entfernt, so kann die Haut vom Unterbauch zur Wiederherstellung der Brusthaut verwendet werden.

Alternativ kann das Gewebe auch vom innenseitigen Oberschenkel entnommen werden (TMG – transverser myokutaner Gracilislappen oder PAP – profunda artery perforator Lappen). Bei dieser Technik liegt die Narbe relativ unauffällig in der oberen Hautfalte am Oberschenkel und in der Gesäßfalte. Auch hier wird eine Gewebespindel aus Haut, Fettgewebe und beim TMG im Verbund mit einem kleinen Muskel entnommen und mit dem versorgenden Blutgefäß in den Brustbereich versetzt. Welche Technik eingesetzt wird, entscheiden wir gemeinsam mit der Patientin in einem ausführlichen persönlichen Beratungsgespräch.

Eine Rekonstruktion mit eigenem Gewebe ohne Gefäßanschluss ist die Rekonstruktion mit Latissimus dorsi Lappen. Hierbei wird der Latissimus Muskel vom Rücken mit einer Spindel aus Haut und Fettgewebe verwendet und an seinem Gefäßstiel nach vorne zur Brust versetzt. Dies ergibt jedoch meist relativ wenig Volumen, sodaß oft zusätzlich ein Implantat eingesetzt werden muss.